Drei Phasen


Der Tod kommt manchmal plötzlich, manchmal ahnen oder wissen wir auch um sein Eintreten. Im Tarot geht ihm der Gehängte voraus, eine Phase, in der wir uns auf den Tod vorbereiten können. Mit Tod meine ich jede Art von Abschied, Beendigung und Verlust, also der Tod mitten im Leben. Aber es folgt auch etwas auf den Tod, es geht weiter und das sehen wir in der Mäßigkeit.

© Königsfurt Urania

© Königsgut Urania

© Königsfurt Urania

 

 

 

 

 

 

 

 
In der Phase, die vom Gehängten repräsentiert wird, eröffnet sich uns die Möglichkeit, uns auf ein kommendes Todeserlebnis einzustellen. Wir können uns darauf vorbereiten, den Verlust oder das Ereignis anzunehmen oder zumindest hinzunehmen. Die Auseinandersetzung mit Verlusten bevor sie eintreten hat den Vorzug, dass es uns nicht kalt erwischt, dass wir zumindest darauf gefasst sind oder vielleicht sogar Bewältigungsstrategien entwickelt haben.
Dazu fällt mir gerade ein Beispiel ein: In den Monaten, bevor ich in den Ruhestand gegangen bin, hat mich häufig die Frage beschäftigt, wie ich eigentlich ohne meine Arbeit zurechtkommen soll. Und wer ich überhaupt noch bin ohne meine Position. Bin ich noch wichtig? Ich merkte, dass sich auch allerlei Ängste und Bedenken hinsichtlich meiner künftigen Lebensführung einschlichen.Würde ich in das berüchtigte Rentenloch fallen? Als es dann soweit war, hatte ich die innere Arbeit schon gemacht. Ich konnte Abschied nehmen. Der war dann abrupt: Abschiedsfeier, persönliche Sachen aus dem Büro einpacken und nachhause fahren. Peng! Aber es war in Ordnung und nicht so  schlimm wie ich befürchtet hatte.
Auf den Tod folgt die Mäßigkeit oder auch die Mischung. Der Erzengel gießt das Wasser von einem Krug in den anderen und vermischt es. Was mischt er da zusammen? Er vermischt das, was den Tod überdauert hat und einen Wert besitzt mit dem Neuen, das sich durch den Tod ergibt. Altes und Neues vermischt er zu einer neuen Gestalt. Auch diese Phase habe ich gelebt. Ich habe für einige Zeit eine ehrenamtliche Tätigkeit angenommen, wo ich meine berufliche Qualifikation nützlich einbringen konnte und wo ich dann auch noch irgendwie wichtig war (habe ich mir jedenfalls eingebildet). Gleichzeitig habe ich die große Freiheit des Ruhestands genossen, vor allem dass morgens kein Wecker mehr geklingelt hat. Das weiß ich noch immer jeden Morgen aufs neue zu schätzen.
Das ist ein Beispiel von vielen möglichen. Vielleicht findest du selbst ein völlig anderes Beispiel für den Durchgang durch diese 3 Phasen.

Ursula

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