Der Knochenmann


© Königsfurt Urania

Warum wird der Tod immer als Knochengerüst dargestellt? Das liegt sicher daran, dass die Knochen der durabelste Teil unseres Körpers ist. Wenn alles Weiche vergangen ist, kann es sehr lange dauern bis auch die Knochen im Erdreich zersetzt sind. Unter günstigen Bedingungen besteht zudem die Chance, dass die Knochen versteinern. Das ermöglicht uns tiefe Einblicke in die Entwicklung der menschlichen Spezies. Besser als mit unserem unvergänglichsten Teil, dem menschlichen Skelett kann man den Tod auch nicht darstellen. Der Tod ist unvergänglich und knallhart. An ihm kommt niemand vorbei – niemals.
Unser Körper ist mit der Verbindung von hartem Knochen und weichen Geweben und Flüssigkeitsbahnen ein eindrucksvolles Beispiel für die grundlegende Polarität des Menschlichen Daseins und der materiellen Welt insgesamt. Hartes und Weiches verbinden sich zu einem phantastisch funktionsfähigen Ganzen. Der „beinharte“ Knochen trägt die weichen Gewebe, diese wiederum nähren u.a. den Knochen, sodass er Bewegung und Tragfähigkeit erlangt. Hartes und Weiches können nicht ohne einander.
Die Karte zeigt uns das Harte im Knochenmann, das Weiche und Fließende im Fluss, auf dem die Schiffe dahingleiten. Man könnte ihn als den Fluss des Lebens sehen im Gegensatz zum Tod. Leben und Tod – eine elementare Polarität unserer irdischen Existenz.
Sicherlich ist mit dem Fluss auf dieser Karte der mythologische Fluss Lethe dargestellt. Den müssen die Seelen überqueren, um auf die andere Seite zu kommen, da wo das Licht ist. Es ist der Fluss des Vergessens, der sie bereit macht für das, was auf der anderen Seite ist. Auf der Karte sehen wir die beiden Säulen der Polarität und dahinter Kether, die strahlende Krone, die höchste Sephira am Baum des Lebens. Im Tod liegt also auch eine Verheißung. Wenn wir das begreifen, ist der Tod einfach ein Übergang. Und für manchen ist er auch ein Freund.
Anfang des Monats ist mir der Tod begegnet. Meine Nachbarin, mit der wir über 30 Jahre eine gute Nachbarschaft gepflegt haben, ist im Alter von 91 Jahre verstorben. Ich vermisse sie.

Ursula

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