Märchen vom Tod


harfenspielerDas ist der Märchenerzähler und Harfenspieler Jörn-Uwe Wulf. Ich kenne ihn schon sehr lange. Manchmal treffe ich ihn auf dem Bahnsteig und dann unterhalten wir uns angeregt während der Fahr in die Stadt. Zu Weihnachten hat mir eine Freundin das Buch geschenkt, das er zusammen mit seiner Frau herausgegeben hat. Es heißt „Der Tod im Pflaumenbaum – Märchen vom Leben“. Es enthält Märchen aus aller Welt. Sie stammen aus Jörn-Uwes über 1000-bändigen Märchenbibliothek und handeln von Tod und Vergänglichkeit, von Übergängen und von den Menschen die auf ihre je eigene Weise mit der eigenen Endlichkeit umgehen. Diese Märchen erzählt er auch bei Spaziergängen über den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Ab April geht es wieder los. Hier seine Termine:  http://www.maerchenraum.de/Maerchen-Joern-Uwe-Wulf/Termine.htm

buch-zuschnitt
Aber zurück zum Tod im Pflaumenbaum. Der Tod wurde von einer alten Frau im Pflaumenbaum festgehext. Er sitzt fest und kann nicht über die Erde wandern und seine Arbeit verrichten. ‚Was passiert? Es beginnt eine schlimme Zeit auf Erden.Todkranke und Leidende können nicht sterben. Lazarette und Krankenhäusern sind überfüllt, Alte können nicht gehen. Immer mehr Menschen sammeln sich vor dem Tor an und flehen die Alte an, den Tod freizuhexen. Als sie es schließlich tut, geht alles wieder seinen Gang und der Tod kann wieder alle mitnehmen, deren Ende gekommen ist. Das Märchen endet mit folgender Weisheit: „Und wir, die wir noch hier sind? Wissen einmal mehr, warum es den Tod auf Erden geben muss.“
Ein weiteres Märchen behandelt einen anderen Aspekt der Notwendigkeit des Todes, besonders des eigenen Todes. Ein König bekommt einen Trank angeboten, der ihn unsterblich machen soll. Zum Glück trinkt er ihn nicht einfach unbesonnen, sondern befragt einige Leute, ob er diesen Trank zu sich nehmen sollte. Die beiden ersten schildern ihm in buntesten Farben, welche Macht, welchen Reichtum, welches Glück er gewinnen kann, wenn er unsterblich ist. Zuletzt fragt er einen Bauern. Der führt ihm vor Augen, wie über die Zeiten alle, die er liebt, sterben und ihn zurücklassen. Er muss sich immer wieder eine neue Frau nehmen und Kinder und Enkel bekommen. Aber alle, Familienmitglieder und Freunde, sterben irgendwann und er lebt immer noch. Als er diese wahrhaft grausige Folge der Unsterblichkeit bedenkt, schleudert er den Becher mit dem Unsterblichkeits-Trank weit von sich. Dieses Märchen hat mich sehr berührt. Ich finde es viel schlimmer, jemanden zu verlieren, der mir lieb ist, als selbst zu sterben.
Da ich das Buch noch nicht zu Ende gelesen habe, kann es sein, dass ich noch mehr Interessantes über den Tod erfahre. Wenn ich es nicht schon geahnt hätte, wüsste ich es jetzt ganz sicher: Ohne den Tod ist kein Leben möglich.

Ursula

Anmerkung: Du siehst, ich mache gerne ein bisschen Werbung für Jörn-Uwe, obwohl er es nicht wirklich nötig hat.Er freut sich aber trotzdem darübe – hat er gesagt..
Wenn du dich für das Buch interessierst, kannst du es direkt bei ihm beziehen:
https://shop.strato.de/epages/64921549.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/64921549/Categories/ContactForm

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