Der Tarot e.V. zu Gast in Halle an der Saale


In Kurzform möchte ich heute über das Wochenende berichten, das der Tarot-Verband jedes Jahr anlässlich der Mitgliederversammlung ausrichtet. Dieses Jahr fand das Ereignis in Halle/Saale statt, sorgfältig und liebevoll ausgerichtet von Annegret Zimmer. Sie ist die Redakteurin der Online-Verbandszeitschrift Tarot Heute, die ich zur Lektüre sehr empfehlen kann. In diesem Jahr ist der Trot-Vrband 15 Jahre alt geworden. Deshalb stand der Teufel Pate. Er hat sich von seiner besten Seite gezeigt.

Wie immer begann die Veranstaltung mit dem Stammtisch. Im Gasthaus zum Goldenen Herz fanden sie etwa 15 Leute ein. Gutes Essen und interessante Unterhaltung gaben einen schönen Auftakt. Natürlich wurden auch Karten gelegt. Auch die Wirtin bat schließlich um eine Legung für sich.
Am anderen Morgen gab es eine Stadtführung durch Halle, die ich geschwänzt habe. Ich muss zu meiner Entschuldigung anführen, dass ich schon zweimal in Halle gewesen bin und mir die Stadt angesehen habe. Stattdessen habe ich im Süßen See bei Seeburg gebadet, um mich vor der Mitgliederversammlung nochmal gründlich herunterzukühlen. Heiß war es nämlich.
Über einen Punkt daraus möchte ich berichten und zwar über die Regionalen Ansprechpartner (RAP), die es in einigen Bundesländern und auch im deutschsprachigen Ausland gibt. Der oder die RAP ist in ihrem jeweiligen Bundesland Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Tarot e.V. und repräsentiert diesen nach außen. Er vermittelt Interessenten an die örtlichen Karten-Stammtische. Ggf. initiiert er selbst Stammtische und offene regionale Treffen. Er unterstützt Mitglieder bei Messen, Vorträgen und sonstigen Vereinsaktionen. Überhaupt ist er beratend, unterstützend und initiativ tätig. Eine interessante Aufgabe im Verein! Am Ende der Mitgliederversammlung stand wie immer die Vereins-Legung für das kommende Jahr.
Und abends gab es gemeinsames Spargelessen und einer sehr lustigen Legerunde. Man kann sehr viel Spass haben mit dem Tarot!
Am anderen Tag folgte der Tarot-Sonntag m it Vorträgen und einem Workshop. Drüber demnächst.

 

 

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Eine wunderschöne Tageskarte


Meistens ziehe ich Tageskarten am Abend, um damit auf den Tag zurückzuschauen. Heute habe ich sie gleich am Morgen gezogen. Es hat gepasst. Ich genieße es sehr, an Sommerabenden in netter Gesellschaft draußen zu sitzen. So war das gestern, wir hatten uns gerade so gegen 22 Uhr mit einer Flasche Rotwein nach draußen gesetzt, als unser Nachbar mit 3 Päckchen Eis am Stiel herüber kam und sich zu uns setzte. Er hatte uns von seinem Balkon aus gesehen. Da haben wir uns dann bis fast 1 Uhr unterhalten. Heute früh habe ich mich immer noch über den netten Abend gefreut und habe mich sehr verbunden gefühlt.

Die Kaiser-Lothar-Linde


 

Sonst berichte ich über das Wunder des Tarot. heute möchte ich dir ein Naturwunder vorstellen, das mich auf unserer letzten Reise sehr beeindruckt hat, und zwar die „1000jährige Linde“ von Königslutter. Sie ist ungefähr 22 m hoch, Ihre Krone hat einen Durchmesser von ca. 26 m.Der Durchmesser des Stamms beträgt ca. 4,50 m. Unglaublich! Etwa 13 m misst sein Umfang.Sie ist 800 – 1000 Jahre alt. Kaiser Lothar soll sie im Jahr 1135 anlässlich der Grundsteinlegung für den Kaiserdom von Königslutter gepflanzt haben. Es ist Legende, aber durchaus denkbar, da im Mittelalter zu solchen Anlässen gerne Bäume gepflanzt wurden. Es ist eine tolle Vorstellung, dass die Linde immer noch steht, genauso wie der steinerne Dom, bei dem uns das nicht so sehr verwundert.
Selbstverständlich wird die Linde sehr gepflegt. Sie ist vital und ihre Krone wächst noch. Deshalb erhält sie regelmäßig einen Kronenschnitt. Zudem wird pilzbefallenes Holz entfernt und sie wir auch gedüngt. Wenn man genau hinschaut, kann man erkennen, dass die Äste gestützt werden.

Wenn du mal in der Nähe von Königslutter (nahe Wolfsburg), schau sie dir selbst an – und natürlich auch den altehrwürdigen Kaiserdom.

Das war mein Tag – eine Tageskarte


Heute habe ich es in Angriff genommen. Wie viele Leute habe auch ich an den verschiedensten Stellen der Wohnung so kleine Papierhäufchen. Ein Teil muss einfach weggeheftet werden, anderes muss in irgendeiner Weise bearbeitet werden, Anrufe müssen getätigt, irgendetwas muss  usw. überprüft werden, usw.
Du wirst es mir nicht glauben, ich habe es gerne gemacht. Und ich hatte die Ausdauer, nicht zu früh aufzuhören und damit den Grundstock für neue Stapel zu legen. Es war der richtige Tag.
Als ich heute Abend nach getaner Arbeit den Buben der Münzen gezogen habe, hat das richtig gestimmt für mich. Genau so konzentriert und aufmerksam wie der Bube seine Münze betrachtet, habe ich meine Aufräumarbeiten gemacht.
Wenn das mal wieder anliegt, hoffe ich, dass ich es wieder mit der Energie des Münzbuben anpacken kann.

Zur Signifikatorkarte


Jetzt habe ich ein bisschen Urlaub gemacht und war auch auf demTarot-Wochenende in Halle. Es war wieder sehr schön und ich berichte demnächst darüber.
Aufgrund von Nachfragen möchte ich nochmal auf die Signifikatorenkarte zurückkommen. Sie wird nicht gezogen sondern gemäß Anleitung so ermittelt:

6. Jetzt wird der Signifikator ausgewählt. Ist der Fragende männlich, wird er durch den Narr, den Magier oder den Herrscher repräsentiert. Bei einer weiblichen Fragenden sind es der Narr, die Hohepriesterin oder die Herrscherin. Die Karte, die beim Auslegen als erste der jeweils 3 möglichen erscheint, wird herausgenommen und rechts neben oder über das Blatt gelegt. Den frei gewordenen Platz ersetzt man durch die oberste Karte der übrig gebliebenen Karten der kleinen Arkana.

Obwohl mir die Auswahl der Signifikatoren wie sie in der Anleitung angegeben werden, durchaus einleuchten, möchte ich es auch mal anders ausprobieren. Vielleicht, indem ich unabhängig vom Geschlecht des/der Fragenden die einstellligen Karten der Großen Arkana – also vom Magier bis zum Eremiten – als Signifikatoren einsetze. Mal sehen wie das funktioniert.

Hier nochmal die Anleitung für das Große Tarot-Blatt:

Vorbereitung
1. Aus dem Tarot-Deck werden die 22 Karten der großen Arkana herausgesucht.

2. Die 56 Karten der kleinen Arkana werden gut gemischt und 20 Karten von oben her abgezählt.

3. Die 22 Karten der großen Arkana und die 20 Karten der kleinen Arkana werden nun gründlich gemischt. Wenn du das Blatt für eine ratsuchende Person auslegst, mischt diese die Karten selbst.

4. Die Karten werden nun mit dem Bild nach unten in 6 Stöße zu je 7 Karten eingeteilt:

5. Die Stöße werden jetzt einer nach dem anderen der Reihe nach mit dem Bild nach oben von rechts nach links ausgelegt (oder auch von links nach rechts).

6.Jetzt wird der Signifikator ausgewählt. Ist der Fragende männlich, wird er durch den Narr, den Magier oder den Herrscher repräsentiert. Bei einer weiblichen Fragenden sind es der Narr, die Hohepriesterin oder die Herrscherin.
Die Karte, die beim Auslegen als erste der jeweils 3 möglichen erscheint, wird herausgenommen und rechts neben oder über das Blatt gelegt. Den frei gewordenen Platz ersetzt man durch die oberste Karte der übrig gebliebenen Karten der kleinen Arkana. 

Deutung

Reihe 1
gibt Aufschlüsse über die Vergangenheit. Sie zeigt Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und Gefühle, die im Leben der Fragenden eine wichtige Rolle (bezogen auf die gestellte Frage) gespielt haben.

Reihe 2
beschreibt die Gegenwart des zur Frage stehenden Themas. Alles, was die Fragende zur Zeit bewegt, wird hier abgebildet.

Reihe 3
zeigt Einwirkungen von außen, gesellschaftlichen Druck, beruflichen Stress und dergl., die der Fragende wenig oder nicht beeinflussen kann.

Reihe 4
eröffnet die nahe Zukunft. Zusammen mit den Ergebnissen und Erkenntnissen aus den ersten 3 Reihen sehen wir hier Tendenzen, denen der Fragenden in nächster Zeit begegnet.

Reihe 5
zeigt die Zukunftsmöglichkeiten hinsichtlich dessen auf, was der Fragende selbst tun kann, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden und die zukünftige Entwicklung seines Themas den eigenen Vorstellungen gemäß zu gestalten.

Reihe 6
zeigt das Ziel und das Ergebnis. Beide stimmen nicht immer überein. Wir sehen hier, welches Ergebnis der Fragende erreichen wird und erreichen kann.

Die Hohepriesterin als Signifikator


Für mich ist der Signifikator eine Karte, die die Fragende in ihrer Eigenart in Bezug auf das anstehende Thema kennzeichnet. „Das bin ich“, könnte der Satz dazu lauten. Darüber hinaus kann sich in dieser Karte das Potential andeuten, das die Fragende bezüglich ihres Themas hat. Potentiale warten geduldig darauf, ans Licht zu kommen.
In Svenjas Legung erscheint (gemäß der Anleitung zur Legung) die Hohepriesterin.
Wer ist sie, die Hohepriesterin? Sie ist der Archetypus des Weiblichen. Die Mondgöttin. Die Hüterin der Geheimnisse der Weiblichkeit und der weiblichen Spiritualität. Sie ist der weibliche Aspekt Gottes. Ihr Partner ist der Magier – zusammen ergeben sie das Ganze.
Sie sitzt zwischen den Säulen der Polarität, sozusagen im Auge des Sturms, da wo es ganz still ist. Sie ist in ihrer Mitte. Das ist der Platz, von dem aus sie sich über die Polaritäten hinaus heben kann, um alles von einer höheren Warte aus zu betrachten – ohne Urteil.
Und genau da begegnen wir ihrem Schatten. Er hat sich mir immer wieder in Legungen für mich selbst und für andere gezeigt. Auf dem  (in der Darstellung von Smithsehen wir eine zarte Frau, die zwischen den Möglichkeiten sitzt, unfähig, sich für die eine oder andere Seite zu entscheiden. Handlungsunfähig sitzt sie sozusagen zwischen den Stühlen. Dieser Schatten der Hohepriesterin (in der Darstellung von Smith/Wait) weist darauf hin, dass sie ihre weibliche Kraft nicht zum Einsatz bringt.
Es ist interessant, zu sehen, in welch verschiedenen Facetten die Schattenseite der Hohepriesterin bei den unterschiedlichsten Fragestellungen in Erscheinung tritt.
Als Signifikator für Svenja mag es bedeuten, dass sie nicht handlungsunfähig in ihrer unerfüllten Sehnsucht nach einer Partnerschaft verharrt. Vielmehr ist sie aufgefordert, ihr weibliches Potential auszudrücken und in die Welt zu bringen.

Die Legung im Ganzen


Vielleicht hast du Lust, diese große Kartenlegung im Zusammenhang zu lesen. Deshalb hier nochmal alle Reihen hintereinander:


Die 1. Reihe gibt Aufschlüsse über die Vergangenheit. Sie zeigt Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und Gefühle, die im Leben der Fragenden eine wichtige Rolle (bezogen auf die gestellte Frage) gespielt haben.

Svenja hat jung geheiratet und sich nach einigen Ehejahren wieder von ihrem Mann getrennt (Kelche X, Tod). Der Wunsch nach einer harmonischen und dauerhaften Ehe und einem glücklichen Familienleben hat sich nicht erfüllt ((Kelche X, Tod). Aus der Ehe hat sie einen Sohn. Sie ist als Mutter aus dieser schwierigen Ehe hervorgegangen (Herrscherin).
Bald nach der Trennung von ihrem Ehemann lernt sie ihre große Liebe kennen (Der Wagen). Mit diesem Mann kann sie in eine erfreulichere Zukunft aufbrechen. Auch ihre Weiblichkeit (Herrscherin) erblüht. Es ist wie eine Auferstehung aus einer schwierigen Zeit, ein froher und glücklicher Neuanfang (Gericht, Die Sonne). Aber das Rad des Schicksals dreht sich weiter. Nach langen Jahren beendet der Partner die Beziehung.Wieder muss Svenja das auf und ab, das werden und vergehen des Lebens erfahren.
Wir werden sehen, ob die Erfahrungen der Vergangenheit noch wirksam sind und vielleicht einer neuen Beziehung im Wege stehen. Das ist insofern spannend, da dieser Partner trotz der Trennung lange lange noch Svenjas große Liebe blieb.

Die 2. Reihe beschreibt die Gegenwart des zur Frage stehenden Themas. Alles, was die Fragende zur Zeit bewegt, wird hier abgebildet.
In dieser Reihe sehen wir ein auf und ab der Gefühle. Es mutet richtig anstrengen an. Die Sehnsucht nach einer liebevollen Beziehung (Liebenden) bleibt unerfüllt und wird immer wieder in den Untergrund verbannt (Der Münz-König als Feuer der Erde)∴  . Svenja erreicht so eine gewisse Stabilität und kümmert sich um ihre vielfältigen alltäglichen Aufgaben und Pflichten  (Münzen/Erde). Es herrscht Ruhe (Schwerter IV).
Diese wird ganz plötzlich beträchtlich gestört, wenn irgendetwas vorfällt, was die Sehnsucht explosionsartig wieder hochkommen lässt (Der Turm). Vielleicht hat jemand, die sie kennt, einen neuen Partner gefunden oder jemand macht eine Bemerkung über Frauen ohne Partner oder irgendetwas anderes. Dann  schießt die Sehnsucht nach einer Beziehung, die ihr schmerzlich fehlt wieder ins Bewusstsein.
Nach diesem Sturm der Gefühle geht Svenja wieder in sich (Der Eremit). Sie schaut sich ihre inneren Bilder an und begegnet dort ihrem Jammer (Der Mond) darüber, dass das Leben ihr keine liebevolle Beziehung ermöglicht. Wenn es zu schwer für sie wird, spricht sie darüber mit einem Therapeuten (Der Hierophant).
∴ Der König der Münzen befindet sich als König auf der Ebene des Feuers. Man kann es auf dem Kartenbild nicht erkennen. Aber es ist da. Es ist das Feuer in der Erde, mit der der Münz-König in Verbindung steht. Deshalb sollte man den Münz-König nicht unterschätzen, indem man ihn lediglich für einen gemütlichen Naturmenschen hält, was er durchaus auch ist. Dieser König kann sich zu gegebener Zeit auch des Feuers bedienen.

Die 3. Reihe zeigt Einwirkungen von außen, gesellschaftlichen Druck, beruflichen Stress und drgl., die der Fragende wenig oder nicht beeinflussen kann.
So steht es in der Anleitung. Tatsächlich sehen wir hier, wie Svenja mit ihrem Thema und den Schmerz, den es ihr bereitet, umgeht.
Zunächst einmal wendet sie dem Schmerz (Schwerter III) den Rücken zu und kümmert sich um ihre materiellen Angelegenheiten (Bube der Münzen), vor allem um ihren Beruf. Sie deckt sich mit soviel Arbeit ein wie sie gerade eben so schaffen kann (Stäbe X). Ihre Sehnsucht rückt in den Hintergrund.
Dann wieder fragt sie sich, ob sie noch an ihrer Sehnsucht nach einer erfüllten Liebe (Königin der Kelche) festhalten soll (Münzen IV). Oder ob sie das lieber hinter sich lassen und auf die Hoffnung auf die Liebe besser verzichten sollte. Ohne sich diese Fragen endgültig beantworten zu können und zu wollen, findet sie immer wieder ihr seelisches Gleichgewicht.

Reihe 4 eröffnet die nahe Zukunft. Zusammen mit den Ergebnissen und Erkenntnissen aus den ersten 3 Reihen sehen wir hier Tendenzen, denen der Fragenden in nächster Zeit begegnet.
Die Schwerter VII kann wiederkehrende Chancen zeigen, die es zu ergreifen gilt, solange die Möglichkeit besteht. Svenja sagt, dass sie öfters erwägt, irgendeine Veranstaltung, meist Tanzvergnügen (sie ist eine gute Tänzerin) aufzusuchen. Sie kämpft aber fast immer ihre Unternehmungslust nieder (Stäbe VII) und redet sich ein, dass es zuhause auch sehr gemütlich ist. Svenja sollte aber vielleicht besser dafür sorgen, dass sie unter die Leute kommt. Dass sie dorthin geht, wo etwas los ist (Stäbe V). Dort kann sie auch Männern begegnen. Sie muss wohl etwas dafür tun, dass ihr etwas begegnen kann.
So könnte es zünden, weibliche und männliche Energie könnte zusammenfinden (Der Stern). Es könnte aber auch sein, dass Svenja doch wieder zurückfällt und sich als jemand fühlt, der abhängig davon ist, etwas zu bekommen, ohne selbst initiativ zu werden (Münzen VI). Dann ist da wieder die innere Zerrissenheit (Schwerter V) zwischen Sehnsucht und Resignation. Und das Feuer zieht sich wieder in den Untergrund zurück (Bube der Stäbe).

Reihe 5 zeigt die Zukunftsmöglichkeiten hinsichtlich dessen auf, was der Fragende selbst tun kann, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden und die zukünftige Entwicklung seines Themas den eigenen Vorstellungen gemäß zu gestalten.
Wir sehen hier ziemlich viele energievolle Karten, immerhin 5 von 7. Am Anfang der Reihe fordert der Gehängte Svenja auf, ihr Thema mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Der Same für eine Beziehung ist gesät (As der Stäbe). Stimmt, Svenja ist sehr charmant, flirtet gekonnt und kann Menschen schnell für sich einnehmen. Wenn da nicht die schwierigen Gedanken und Gefühle wären (Kelche V), die dem kraftvollen und unbefangenen Umgang mit dem Thema im Wege stehen: Die Traurigkeit, dass es keinen Partner gib und, die Angst, dass das nie mehr der Fall sein könnte. Wenn das nicht wäre, könnte Svenja aus der Fülle ihres Lebens heraus handeln (Kelche IX). Sie wäre inspiriert (König der Stäbe), sie würde die Sache kraftvoll in Angriff nehmen und dann als glückliche Königin auf ihrem Thron sitzen.
Ja, wenn das so einfach wäre! Man kann keinen Deal mit dem Schicksal machen: Wenn ich einen anderen Standpunkt einnehme, so wie mir die Karten dies raten, dann bekomme ich, was ich will!
Nein, es kann sein, dass das Thema der ersehnten Partnerschaft das Sprungbrett für Entwicklung und Veränderung ist. Was dabei herauskommt, weiß man noch nicht.
Der Perspektivwechsel, den der Gehängte am Anfang der Reihe so eindrucksvoll darstellt, fordert Svenja auf, nicht auf den Mangel zu schauen und auf das was fehlt (Kelche V), also auf die umgefallenen Kelche, sondern sich umzudrehen und die aufrecht stehenden Kelche zu würdigen. Dann sieht sie, welche Fülle das Leben für sie bereithält (Kelche IX) und dass alles da ist, was sie braucht. Aus dieser Haltung heraus wird Svenja leicht und unbefangen auf Männer zugehen, vielleicht gibt es auch einen Partner für sie, vielleicht.

Reihe 6 zeigt das Ziel und das Ergebnis. Beide stimmen nicht immer überein. Wir sehen hier, welches Ergebnis der Fragende erreichen wird und erreichen kann.
Die meisten von uns können nicht in die Zukunft schauen. Und so sind Svenja und ich etwas ratlos vor dieser beeindruckenden Ansammlung von Großen Arkanen (und einer Hofkarte) gesessen. Anders als bei den vorangegangenen Reihen hat sich zunächst keine sinnvolle Geschichte daraus ergeben. Zu zwei Karten hat Svenja sich geäußert: Sie meint, der Herrscher zeige ihre Tendenz zur Herrschsucht in einer Partnerschaft. Sie möchte schon gern das gern haben. Zum Teufel meint sie, er repräsentiere ihren Schatten.
Ich habe die Karten dieser Reihe immer wieder angeschaut und auf mich wirken lassen. Und dann hatte ich es. Ich finde, sie zeigen Svenja, auf was sie im Falle einer neuen Partnerschaft unbedingt achten sollte. Die Geschichte dazu wäre so:
Wenn Svenja merkt, dass es ihr z. B. bei einer Auseinandersetzung in der Partnerschaft um Vorherrschaft geht (Der Herrscher)., sollte sie innehalten (Ritter der Münzen) und das gefährliche Tier in sich zügeln (Kraft). Sie kann ihre große Kraft dafür einsetzen, ausgleichend zu wirken (Lemniskate über der Kraft)) und beiden Seiten, ihre und die des Partners, als sich ergänzende Teile eines Ganzen anzuerkennen und zu lieben. So wird die Beziehung alles haben, was beide brauchen (Die Welt) und damit so etwas wie vollkommenes Glück bedeuten.
Es ist nicht einfach, eine Beziehung so zu gestalten, dass sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen. Das muss immer wieder einjustiert werden. Beim Teufel könnte es darum gehen, dass ihre Seele in einer Partnerschaft nicht in Gefangenschaft gerät. Dass sie gewahr wird, wo sie sich in Abhängigkeiten begibt und das vielleicht mit Liebe verwechselt. Es gilt, die eigene Freiheit und die des anderen zu achten und zu respektieren (Der Narr). So können die unterschiedlichen Strebungen bei der Partner ins rechte Maß gebracht werden (Mäßigkeit).

Zurück nun zu Svenjas Frage. Sie wollte wissen, ob sie Aussichten auf eine neue Partnerschaft hat. Ich denke, die Frage möchte ich mit ja beantworten. Wozu sonst sollte der Tarot zum Schluss so eine ausführliche Gebrauchsanleitung für eine Beziehung liefern. Wo, wenn nicht in einer Partnerschaft könnte das geübt und gelernt werden?
Ich wünsche Svenja von Herzen, dass ihr Wunsch Wirklichkeit wird.