Tageskarte


© Königsfurt Urania

Eine sehr passende Tageskarte für mich heute. Der Thron des Kelch-Königs schwimmt auf dem Meer der Gefühle. Er lässt sich dort treiben. Er befindet sich auf der Ebene der Idee, nicht wie der Ritter auf der Ebene des Handelns. Er beobachtet. Er schaut sich seine Gefühle an. Wie sie sich anfühlen, welche Gedanken dazu führen, solche Gefühle zu haben und wie sie sich verändern. Mehr braucht es heute nicht. Das Handeln kommt später.

Ursula

Umkehrung


Umkehrungen sind stets lehrreich. Der Gehängte ist dafür ein gutes Bild. Machen wir es also mal umgekehrt, tauschen wir die Karten für das reale und das ideale Ich aus. Dann sieht das so aus:

© Königsfurt Urania

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Nun stellt die Kelche VI das reale Ich dar. Manuela sieht sich als die kleinere Figur, die von der größeren etwas entgegennimmt. Manuela erwartet, dass irgendetwas von außen kommt, wodurch sie angespornt wird, etwas zu unternehmen. Der Magier zeigt das Ideale Ich. So handlungsfähig wäre sie gerne, ganz aus sich heraus, ohne Ansporn von außen. Der Weg dahin führt über eine ganz klare Entscheidung, nämlich wirklich zur Magierin zu werden. Das heißt, die inge in die Handzu nehmen. die sie erreichen möchte. Die Liebe dazu ist ja deutlich zu sehen.
Wie man sieht, es passen beide Versionen machen Sinn.

Ursula

 

Die Legung zum idealen Ich


© Königsfurt Urania

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Das sind die Karten, die Manuela und ich, gezogen haben:
A       Das reale Ich:  Der Magier
B       Der Weg zum idealen Ich:   Die Liebenden
C       Das ideale Ich:   Kelche VI

Manuela sieht sich idealerweise als jemand, die für andere etwas tun möchte. Dabei denkt sie an etwas wirklich nützliches, etwas größeres, vielleicht psychologische Beratung, Coaching oder sowas. In der Realität ist es aber so, dass sie sich noch nicht auf den Weg gemacht hat. Sie müsste zur Erfüllung ihrer Vorstellungen ein Studium oder eine Ausbildung machen. Dazu konnte sie sich noch nicht entschließen. Deshalb sieht sie im Magier jemand, der vor einem Angebot von Möglichkeiten steht. Er müsste die Werkzeuge nur in die Hand nehmen und sie benützen. Das tut Manuela aber bis jetzt noch nicht. Der Weg zum idealen Ich führt über die Liebenden. Das heißt, dass Manuela ihrem Herzen folgen und sich dafür entscheiden muss, die Sache in die Hand zu nehmen und zielorientiert zu betreiben.
Übrigens zeigt das Bild des idealen Ichs eine größere Person, die einer kleineren etwas überreicht. Die beiden sind nicht auf Augenhöhe. Die Karte als Bild für eine Beratungssituationen müsste noch genauer betrachtet werden.

Ursula

Mein ideales ich


Am Wochenende habe ich einen Becher Tee über meine Tastatur gekippt. Das mochte sie garnicht und hat sich von mir verabschiedet. Aber jetzt kann  ich dir mit der neuen Tastatur eine Legung vorstellen, die ich für den Hamburger Karten- und Astrologie-Stammtisch entworfen habe. Sie heißt MEIN IDEALES iCH und handelt davon, wer wir gerne wären, wenn wir nicht so wären, wie wir sind. Diesen Vorstellungen kannst du mit dieser Legung auf den Grund gehen.

Ziehe 3 Karten (oder wähle sie aus) und lege sie wie folgt aus:

A         Mein reales Ich: So bin ich

C         Der Weg von A nach B

B         Mein ideales Ich: So möchte ich sei

A

C

B

 

 

 

 

 

 

Du kannst dir zu den Karten zum Beispiel folgende Fragen stellen:

Zu A:

  • Siehst du dich so? Zeigt die Karte einen wichtigen Teil von dir?
  • Gefällt dir dein reales Ich? Möchtest du so sein?
  • In welcher Beziehung steht es zu deinem idealen Ich? Ergänzen sich beide oder stehen sie im Widerspruch zueinander?

Zu B:

  • Vielleicht ist dein ideales Ich schon jetzt ein Teil von dir. Kannst du es finden?
  • Ist es eine Wunschvorstellung oder ein erreichbares Ziel?
  • Wozu brauchst du ein ideales Ich?
  • In welcher Beziehung steht es zu deinem realen Ich? Ergänzen sich beide oder stehen sie im Widerspruch zueinander?

Zu C:

  • Wie kommst du von A nach B?
  • Ist der Weg flach und gerade oder kurvenreich und steil?
  • Gibt es einen Weg dorthin oder bist du in Wahrheit schon da?


Und jetzt: 
Tausche die Karten A und B aus.
B ist jetzt dein reales Ich und A ist dein ideales Ich.
Macht das auch Sinn?

Im nächsten Beitrag zeige ich die ich mit einer Freundin gemacht habe. Wenn du magst, kannst du in der Zwischenzeit deine eigene Legung dazu machen.

Ursula

Frohe Ostern!


 

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest!

Macht euch ein paar ruhige Tage, denn: „Wer immer auf den Beinen ist, dem kann nichts in den Schoß fallen“.

Ursula

Drei Phasen


Der Tod kommt manchmal plötzlich, manchmal ahnen oder wissen wir auch um sein Eintreten. Im Tarot geht ihm der Gehängte voraus, eine Phase, in der wir uns auf den Tod vorbereiten können. Mit Tod meine ich jede Art von Abschied, Beendigung und Verlust, also der Tod mitten im Leben. Aber es folgt auch etwas auf den Tod, es geht weiter und das sehen wir in der Mäßigkeit.

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© Königsgut Urania

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In der Phase, die vom Gehängten repräsentiert wird, eröffnet sich uns die Möglichkeit, uns auf ein kommendes Todeserlebnis einzustellen. Wir können uns darauf vorbereiten, den Verlust oder das Ereignis anzunehmen oder zumindest hinzunehmen. Die Auseinandersetzung mit Verlusten bevor sie eintreten hat den Vorzug, dass es uns nicht kalt erwischt, dass wir zumindest darauf gefasst sind oder vielleicht sogar Bewältigungsstrategien entwickelt haben.
Dazu fällt mir gerade ein Beispiel ein: In den Monaten, bevor ich in den Ruhestand gegangen bin, hat mich häufig die Frage beschäftigt, wie ich eigentlich ohne meine Arbeit zurechtkommen soll. Und wer ich überhaupt noch bin ohne meine Position. Bin ich noch wichtig? Ich merkte, dass sich auch allerlei Ängste und Bedenken hinsichtlich meiner künftigen Lebensführung einschlichen.Würde ich in das berüchtigte Rentenloch fallen? Als es dann soweit war, hatte ich die innere Arbeit schon gemacht. Ich konnte Abschied nehmen. Der war dann abrupt: Abschiedsfeier, persönliche Sachen aus dem Büro einpacken und nachhause fahren. Peng! Aber es war in Ordnung und nicht so  schlimm wie ich befürchtet hatte.
Auf den Tod folgt die Mäßigkeit oder auch die Mischung. Der Erzengel gießt das Wasser von einem Krug in den anderen und vermischt es. Was mischt er da zusammen? Er vermischt das, was den Tod überdauert hat und einen Wert besitzt mit dem Neuen, das sich durch den Tod ergibt. Altes und Neues vermischt er zu einer neuen Gestalt. Auch diese Phase habe ich gelebt. Ich habe für einige Zeit eine ehrenamtliche Tätigkeit angenommen, wo ich meine berufliche Qualifikation nützlich einbringen konnte und wo ich dann auch noch irgendwie wichtig war (habe ich mir jedenfalls eingebildet). Gleichzeitig habe ich die große Freiheit des Ruhestands genossen, vor allem dass morgens kein Wecker mehr geklingelt hat. Das weiß ich noch immer jeden Morgen aufs neue zu schätzen.
Das ist ein Beispiel von vielen möglichen. Vielleicht findest du selbst ein völlig anderes Beispiel für den Durchgang durch diese 3 Phasen.

Ursula

Der Knochenmann


© Königsfurt Urania

Warum wird der Tod immer als Knochengerüst dargestellt? Das liegt sicher daran, dass die Knochen der durabelste Teil unseres Körpers ist. Wenn alles Weiche vergangen ist, kann es sehr lange dauern bis auch die Knochen im Erdreich zersetzt sind. Unter günstigen Bedingungen besteht zudem die Chance, dass die Knochen versteinern. Das ermöglicht uns tiefe Einblicke in die Entwicklung der menschlichen Spezies. Besser als mit unserem unvergänglichsten Teil, dem menschlichen Skelett kann man den Tod auch nicht darstellen. Der Tod ist unvergänglich und knallhart. An ihm kommt niemand vorbei – niemals.
Unser Körper ist mit der Verbindung von hartem Knochen und weichen Geweben und Flüssigkeitsbahnen ein eindrucksvolles Beispiel für die grundlegende Polarität des Menschlichen Daseins und der materiellen Welt insgesamt. Hartes und Weiches verbinden sich zu einem phantastisch funktionsfähigen Ganzen. Der „beinharte“ Knochen trägt die weichen Gewebe, diese wiederum nähren u.a. den Knochen, sodass er Bewegung und Tragfähigkeit erlangt. Hartes und Weiches können nicht ohne einander.
Die Karte zeigt uns das Harte im Knochenmann, das Weiche und Fließende im Fluss, auf dem die Schiffe dahingleiten. Man könnte ihn als den Fluss des Lebens sehen im Gegensatz zum Tod. Leben und Tod – eine elementare Polarität unserer irdischen Existenz.
Sicherlich ist mit dem Fluss auf dieser Karte der mythologische Fluss Lethe dargestellt. Den müssen die Seelen überqueren, um auf die andere Seite zu kommen, da wo das Licht ist. Es ist der Fluss des Vergessens, der sie bereit macht für das, was auf der anderen Seite ist. Auf der Karte sehen wir die beiden Säulen der Polarität und dahinter Kether, die strahlende Krone, die höchste Sephira am Baum des Lebens. Im Tod liegt also auch eine Verheißung. Wenn wir das begreifen, ist der Tod einfach ein Übergang. Und für manchen ist er auch ein Freund.
Anfang des Monats ist mir der Tod begegnet. Meine Nachbarin, mit der wir über 30 Jahre eine gute Nachbarschaft gepflegt haben, ist im Alter von 91 Jahre verstorben. Ich vermisse sie.

Ursula