Die Münzen VIII
April 4th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Es ist mal wieder an der Zeit, eine Karte von möglichst vielen Seiten anzuschauen. Es soll also die Münzen VIII sein.
Einen guten Einstieg in eine Karte findet man, wenn man sich das Bild des jeweiligen Decks anschaut. In letzter Zeit verweist mich der Tarot mehr und mehr auf die Bilder. Die Bedeutungen, die ich zu jeder Karte im Kopf habe, treten hinter dem Bild zurück. Es drängt sich mir bei der Arbeit förmlich auf. Und so möchte ich auch hier damit beginnen.
Wir sehen hier einen Menschen, der seine Werkstücke fleißig bearbeitet. Mehr als die Hälfte hat er bereits fertiggestellt und man kann sicher sein, dass er diese Arbeit zu Ende bringt. Er hat die fertigen Münzen weder verkauft oder verschenkt noch irgendwohin geräumt. Er hat sie sorgfältig an Nägeln aufgehängt. Er scheint sie behalten zu wollen.
Es kann also bei dieser Karte darum gehen, etwas sorgfältig zu bearbeiten, zu Ende zu bringen und anschließend ebenso sorgfältig aufzubewahren. Passt auf Briefmarkensammlung. Wer hat nicht schon mal Briefmarken gesammelt, Alben, Lupe etc gekauft und dann liegen die Marken schließlich doch lose herum!
Amders der Mann hier. Er weiß, dass er das, was er durch seine Arbeit erworben hat, ansammeln, in Ordnung halten und pflegen muss. Manchmal geht es dabei um praktische Dinge und Bereiche des Lebens, die der Ordnung bedürfen. Es kann aber ebenso um so etwas wie eine innere Ordnung gehen. Dass wir das, was wir uns innerlich erarbeitet haben, sammeln, pflegen und weiterentwickeln. Nur so steht es uns auch wirklich zur Verfügung und kann im Bedarfsfall gefunden und eingesetzt werden.
Soeben kommt mit, dass er die Münzen vielleicht auch präsentieren oder verkaufen möchte. Das wirft noch ein anderes Licht auf die Karte. Für heute möchte ich nur noch anmerken, dass der Handwerker nicht in einer Werkstatt, sondern unter freiem Himmel arbeitet. Bis jetzt habe ich dazu noch keine Idee. Kommt vielleicht noch, mal sehen!
Ursula
Jodorowsky/Costa: Das Buch
März 31st, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Er ist schon ein Besessener, der Alejandro Jodorowsky. Besessen vom Tarot. So hat er lange nach dem wirklich ursprünglichen Tarot gesucht und geforscht. Das konnte kein anderes sein als der Tarot de Marseille. Aber nicht irgendein Marseille-Deck, sondern eines, das die Symbolik in einer von ihm als schlüssig und wahr erkannten Form widergäbe. Nach langer Suche fand er ein altes Deck, das seinen Vorstellungen nahekam. Aus diesem und anderen Marseille-Decks hat er dann das von ihm als ursprünglich empfundene Deck „restauriert“. Diesen restaurierten Tarot legt er bei seinen Kartendeutungen zugrunde.
Wenn du das Buch liest, musst du es aushalten, dass er mit sämtlichen anderen Tarot-Decks ins Gericht geht. Das Deck, mit du seit Jahren gerne und mit guten Ergebnissen arbeitest, wird als ein dem Ursprünglichen entfremdetes Machwerk entlarvt. So fallen Ikonen wie die Decks von Waite/Smith und Crowley/Harris mit lautem Krachen von der Wand.
Wir lassen uns davon aber nicht entmutigen, lesen weiter und werden belohnt. Wir finden große und kleine Schätze und begegnen unkonventionellen Aussagen, die zum Nachdenken anregen.
Er gibt eine Übersicht über die Struktur und Ordnung des Tarot, stellt seine Tarot- Numerologie vor, „konstruiert“ ein Mandala aus sämtlichen Karten und bespricht die elf Farben seines restaurierten Tarot.
Bei der Beschreibung der großen Arkana gefällt mir besonders der jeweilige Absatz „Wenn der Magier (die Päpstin, der Teufel etc.) sprechen würde.“
Das Kapitel „Der Tarot in Zweierpärchen“ vermittelt unerwartete Sichtweisen und auch der Deutungsteil steckt voller Anregungen. Ausführlich werden interessante Legungen mit 3 Karten, mit 4 Karten und mit bis zu 10 und mehr Karten vorgestellt, stets durch Lege-Beispielen verdeutlicht. Das Buch schließt mit einer Sammlung von Texten zur Philosophie des Tarot und zur Verantwortung des Tarot-Beraters.
Jodorowsky ist in seinem Buch ständig persönlich präsent. Seine Mitautorin Marianne Costa ist hingegen nicht auszumachen. Ich hätte gerne sie und ihren Anteil an diesem Buch ebenfalls wahrgenommen.
Alejandro Jodorowsky kommt mir vor wie einer, der sich seinen Weg durch einen dichten Wald bahnt. Er kreuzt öfters die Wege anderer, geht sie nicht und begegnet auch keinem von ihnen. Das braucht er auch nicht, wo er doch einen Edelstein nach dem anderen auf seinem Weg findet.
Insgesamt: Ein Buch, dessen Anschaffung sich lohnt.
Ursula
Alejandro Jodorowsky/Marianne Costa “Der Weg des Tarot” Windpferd 2006
Eine Tageskarte: Schwerter VII
März 27th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Heute dachte ich, ich müsste mal wieder eine Tageskarte ziehen. Es kam die Schwerter VII.

Beim Anschauen der Karte kam mir spontan der Begriff „Aufbruch in eine ungewisse Zukunft“ in den Sinn. So könnte man die Karte auch mal sehen. Der Mensch nimmt 5 Schwerter mit und lässt 2 stecken. Nach diesen dreht er sich um. Gleichzeitig eilt er davon weg.
Angesichts einiger Vorhaben, die ich schon einige Zeit vor mir herschiebe, habe ich sofort eine gewisse Aufbruchstimmung gespürt, also die Ermunterung, es mal anzugehen.
Die Karten mit der Zahl 7 zeigen einen irgendwie gearteten instabilen Zustand an. Orientiert am oben genannten Schlüsselsatz könnte sich das darin ausdrücken, dass die Person zwar einem Ziel zustrebt, aber überhaupt nicht weiß, wie der Weg dorthin aussehen wird. Wird es leicht gehen oder wird es Hindernisse geben? Werde ich überhaupt ankommen oder irgendwo auf der Strecke festsitzen?
Ob all dieser Ungewissheit zieht es den Blick immer mal wieder zurück auf das Vertraute und Verlässliche, das zurückgelassen wird. Dennoch führt kein Weg daran vorbei: Es muss vorwärts gehen, dem Ziel entgegen.
Bleibt die Frage: Wie kann ich Gewissheit erlangen und welche Art von Gewissheit ist es? Sicher wissen wir nie, ob wir unsere Ziele wirklich erreichen werden. Aber wir können uns vergewissern, dass unser Aufbruch richtig ist und wir den Weg gehen wollen und müssen.
Das kann ganz konkrete Vorhaben betreffen, es ist aber auch ein Sinnbild für das Leben überhaupt, auf dem wir unablässig unterwegs sind.
Wenn wir Gewissheit haben, kann der Blick zurück uns nicht mehr aufhalten.
Ursula
Die Lüneburger Mäßigkeit
März 20th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Es hat leider ein wenig gedauert mit dem neuen Beitrag. Technik-Probleme und zu wenig Zeit, sie zu beheben!
Schon seit längerer Zeit halte ich in alten Kirchen und anderen Gebäuden die Augen offen nach Darstellungen, wie wir sie im Tarot, insbesondere auf den Bildern der großen Arkana finden. Heute möchte ich eine Figur aus dem Rathaus von Lüneburg vorstellen, in der wir die Mäßigkeit des Tarot erkennen. Ich habe sie in einem alten Bildband über Lüneburg entdeckt. Bei einem Besuch dort habe ich das Rathaus besichtigt und die Figur gefunden. Freundlicherweise durfte ich diese Aufnahme machen. Die Schnitzarbeiten sind hinter Glas, weshalb man nicht blitzen kann. Da die Führerin die Säule mit einer Lampe ausgeleuchtet hat, ist das Foto dennoch gut gelungen.
Diese wunderbare Schnitzarbeit aus Eichenholz gehört zu der prachtvollen Türumrahmung der Großen Ratsstube. Sie wurde ca. 1565 von Albert von Soest gearbeitet. Die Säule zu der die Figur gehört, schmücken biblische, antike und allegorische Gestalten. Wie unsere “Mäßigkeit” dort hinkommt und welche Bedeutung sie haben könnte, darüber war nichts in Erfahrung zu bringen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die Figur hier und die Mäßgikeit des Tarot in einer direkten Vrbindung zueinander stehen. Sicherlich gehört diese Gestalt in einen Kanon allegorischer Figuren, aus denen man in jener Zeit schöpfen konnte.
Das Bild des von einem Krug in den anderen fließenden Wassers legt immer wieder nahe, den Begriff Mäßigkeit durch das Wort Mischung zu ersetzen. Damit kommt man sicher der Aussage dieser Figur näher. Bei dem Wort Mischung denke ich jedoch eher an einen Topf, in dem mindestens zwei Flüssigkeiten miteinander vermischt werden. Man gießt beide hinein und dann ist die Mischung gebrauchsfertig. Bei diesem Bild des Mischens hier sind es vielleicht eher die Krüge das Unterschiedliche, das zu einer Mischung führt. Ich habe mal ein Tarot-Deck gesehen, bei denen der eine Krug silbern und der andere golden war. Leider weiß ich nicht mehr, welches das war. Es geht also hier eher um ein lebendiges Fließen von einem Krug in den anderen und wieder zurück.
Vermischt werden könnte hier Altes, was nach einem der vielen “Tode”, die wir erleben (die Mäßigkeit folgt auf die Karte Tod), noch zu gebrauchen ist mit dem Neuen, was sich nach dem “Sterben” und Loslassen entfaltet. Beides zusammen, das was seinen Wert behalten hat und neue Einsichten und Perspektiven mischen sich immer wieder neu durch den lebendigen Fluss des Lebens. Das ist ein nimmer-endender Prozess. Dafür ist es notwendig, mal den einen, mal den anderen Krug hochzuhalten und das lebendige Wasser in den jeweils unteren Krug zu gießen.
Möglicherweise enthält das Symbol der beiden Kelche noch weitere Bedeutungen. Über Gedanken dazu würde ich mich sehr freuen.
Ursula
Große Arkana und Numerologie
März 15th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Jodorowski wendet seine Tarot-Numerologie auch auf die Großen Arakana an. An der Stelle, wo bei den Zahlenkarten das As steht, sehen wir hier den Narren. An der Stelle der 10 steht bei den großen Arkana Die Welt. Dazwischen legt er die Karten in 2 Zehnerreihen aus und es ist mal wieder interessant, die Entsprechungen der über das Dezimalsystem verbundenen Karten anzuschauen.
Zwischen dem Narren und dem As, bzw. der 1 gibt es eine inhaltliche Übereinstimmung: Das As ist der Samen, aus dem sich die weiteren Entwicklungsstufen entfalten, der Narr steht für das Chaos, aus dem sich die fassbare Welt herausbildet. Beiden ist die Qualität des Anfangs gemeinsam.
Ebenso verhält es sich mit der 10 und der Welt. Die 10 zeigt das Ende einer Entwicklung an, ihre volle Ausprägung. Die Welt ist der Archetypus der Vollendung und Verwirklichung. Beiden wohnt der Keim eines neuen Zyklus´inne.
Nun sollte man annehmen, dass das As und der Narr beide den ersten Grad einnehmen. Man reibt sich verwundert die Augen und stellt fest, dass dem nicht so ist. Ist ja auch klar, die großen Arkana hätten 12 Grade. Also lässt Jodorowski den Narren und Die Welt weg und fängt beim Magier, bzw. der Kraft mit dem 1. Grad an. Die beiden entsprechen dann dem As.
Das ist für eine Systemikerin wie mich schwer zu verkraften. Aber es klappt. Schließlich ist der Magier mit der Zahl 1 ein Repräsentant von Anfängen. Auch das Schicksalsrad kann als das Ende eines Zyklus´angesehen werden.
Ich persönlich finde die numerologische Ordnung der kleinen Arkana wirklich sehr interessant und werde demnächst mal eine Legung versuchen und vorstellen. Die Einteilung der großen Arkana in Grade bringt mir inhaltlich nicht so viel. Aber das ist Ansichtssache.
In der kommenden Woche habe ich wenig Zeit und werde deshalb “schnelle” Beiträge einstellen, man kann es auch Pausenfüller nennen. Aber sie werden dich sicher ncht langweilen. Danach möchte ich das Buch von Jodorowski und Costa noch insgesamt vorstellen.
Ursula
Ein Frühlings-Text
März 11th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Zur Erholung von der Tarot-Numerologie möchte ich einen Text mit euch teilen, den meine Freundin Angelika* erhalten hat. Er handelt vom Frühling:
Klingen Blütenblätter wenn
sie sich entfalten?
Klingen Pflanzen wenn sie
aus der dunklen Erde sprießen?
Alles ist Schwingung
Schwingung ist Klang.
Du hörst es nicht?
Hast du es schon einmal versucht?
Deine inneren Ohren können es hören
so wie deine inneren Augen
die Engel erblicken können.
Darum öffne deine inneren Ohren und Augen.
Lausche und schaue
und deine Welt wird groß
und noch viel, viel schöner.
So sei es.
Ursula
* Barbara Angelika Bock
Tarot-Numerologie – Die Grade
März 7th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Ich hoffe, es wird dir nicht zu anstrengend mit Herrn Jodorowskis Tarot-Numerologie. Ich fahre also damit fort und stelle dir heute die “Grade” vor. Damit sind die 10 Stufen der Zahlenkarten gemeint. Der Begriff “Grad” macht auch deutlich, dass es sich numerologisch gesehen um einen Entwicklungsprozess handelt. Er beginnt mit der Zahl 1, dem Samen, dem Ursprung und wächst über die Zahlenreihe hin zu 10, der Zahl der Vollendung. Deshalb steht das Diagramm auch aufrecht. Es entspricht der vertikalen Wachstumsrichtung eines Baumes, des Menschen und vieler anderer Lebewesen.
Auf der linken, der empfangenden Seite stehen die geraden und durch 2 teilbaren, auf der rechten Seite die ungeraden, nicht durch 2 teilbaren Zahlen.
Die einzelnen Grade beschreibt Jodorowski wie folgt (Kurzfassung):
Die 1 ist der Samen, der Anfang, in dem das ganze Entwicklungspotential vorhanden ist. Alles liegt noch vor einem.
Die 2 Mit der 2 betreten wir das Quadrat Erde. Sie ist noch ein empfangender Zustand des Werdens. Es werden die Kräfte gesammelt, um ein Handeln vorzubereiten.
Die 3 entspricht den ersten, noch ungerichteten Handlungen, impulsiv und ohne Erfahrung und genaues Ziel, kreativ und explosiv.
Die 4 Hier erreichen wir die Vollkommenheit des Quadrats Erde. Das materielle Leben wird beherrscht und zeigt Stabilität und Klarheit.
Die 5 ist die letzte des Quadrats Erde und zeigt somit einen Übergang zum Quadrat Himmel an. Die in der 4 erreichte Stabilität wird wieder erschüttert, um ein Weitergehen zu ermöglichen.
Die 6 ist die erste Zahl im Quadrat Himmel. Wir machen und wagen nun das, was wir uns wünschen, über unsere materiellen Bedürfnisse hinaus.
Die 7 die Lust zum Handeln in der Welt wird reifer und intensiver als das auf der 3 möglich war. Die 7 hat schon Erfahrungen gesammelt und ein Ziel im Visier.
Die 8 steht für die Vollkommenheit im Quadrat Himmel. Sie ist im völlig im Gleichgewicht und gleichzeitig empfänglich. Ein kaum verbesserungsfähiger Zustand.
Die 9 Nach soviel Vollkommenheit gibt es nur eines, was Weiterentwicklung ermöglicht: Die Krise. Durch sie tritt erneut Verunsicherung ein. Der Schritt ins Unbekannte am Ende des Zyklus´wird angeregt.
Die 10 ist die Ganzheit und das Ende des Zyklus´, aus dem sich dann ein neuer herausbildet.
Ausführlicher findest du das in seinem Buch “Der Weg des Tarot”, Windpferd-Verlag
Tarot-Numerologie – Himmel und Erde
März 3rd, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Vielleicht hast du dir verwundert die Augen gerieben. Natürlich hat der Narr jetzt nicht die Zahl 1 erhalten. Ich habe mich da missverständlich ausgedrückt. Es geht um die inhaltliche Übereinstimmung zwischen der 1/As und der 0 Der Narr. Dazu möchte ich in einem späteren Beitrag genauer eingehen.
Aber nun geht es mit unserm kleinen Kurs in Tarot-Numerologie nach Alejandro Jodorowski * weiter.
Wir nehmen nun das auseinandergefaltete Blatt und falten es der Länge nach in der Mitte. Wir haben nun eine linke und eine rechte Seite längs einer Mittelachse. Die Achse selbst ist androgyn. Die linke Seite symbolisiert das empfangende (weibliche) Prinzip, die rechte das (männliche) Prinzip der
Aktion.
Falten wir das Blatt nun quer, erhalten wir ein unteres und ein oberes Quadrat. Die mittlere Linie ist der Horizont, der den Himmel, das obere Quadrat, von der Erde, dem unteres Quadrat, trennt.
Wenn wir das Quadrat Himmel als väterlich ansehen wollen und das Quadrat Erde als mütterlich, so entsteht in der Mitte das Quadrat der Menschlichkeit, des Menschen.
Insgesamt ergibt sich folgende Einteilung:
Im nächsten Beitrag soll es dann um die Zahlen 2 – 9 gehen.
Ursula
Alejandro Jodorowski “Der Weg des Tarot”, Verlag Windpferd 2006
Tarot-Numerologie – Die 1 und die 10
Februar 28th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Bevor wir uns mit der Tarot-Numerologie von Alejandro Jodorowski beschäftigen wollen, hier ein kleiner Frühlingsgruß:

In seinem Buch “Der Weg des Tarot” stellt Alejandro Jodorowski ein schlüssiges System zur Deutung der Zahlenkarten vor, bei dem man ganz auf Bilder verzichten kann. Wenn du zum Beispiel gerne mit dem Tarot de Marseille arbeitest, könnte die Tarot-Numerologie sehr interessant für dich sein.
Aber auch dann, wenn man gerne voll bebilderte Kartendecks gebraucht, sind die Deutungen, die sich aus der numerologischen Betachtung ergeben, eine Bereicherung.
Jodorowski erläutert seine Tarot-Numerologie anhand eines Rechtecks, das genau doppelt so lang wie breit ist. Das Papier wird nun einmal der Länge und einmal der Breite nach gefaltet. Sodann falten wir die schmalen Kanten noch einmal bis zur Mitte. So entstehen 8 kleine Quadrate. die brauchen wir aber erst später. Vorerst dienen sie dazu, das Papier wieder ganz klein zusammenzufalten, sodass es die Größe von einem der kleinen Quadrate hat.
Beginnen wir nun mit den Zahlen 1/As und 10:
Das ist die 1, bzw. das As eines jeden Elements. Es ist wie das Universum vor dem Urknall, wie eine Zellvervielfältigung. Es ist der Samen, der bereits den ganzen Baum enthält.
Da ist noch keine Erfahrung, aber eine immense Intensität.
Nun falten wir das Rechteck wieder auseinander. Völlig entfaltet entspricht es in seiner Gesamtheit der 10.
Es ist die erblühte Blume, der Baum, alle Potentiale sind vollständig entwickelt. Es ist die größtmögliche Ausdehnung des Universums.
Da ist ganz viel Erfahrung, ohne Intensität.
Beide die 1 wie die 10 sind Aspekte der Ganzheit, der Einheit. Die 1 enthält die Einheit als Keim, die 10 hat sie erreicht.
In den großen Arkana entspricht die 1 dem Narren und die 10 der Welt. Der Narr ist das Universum vor dem Urknall, die Welt seine größtmögliche Ausdehnung.
Soweit für heute.
Ursula
Eine Tageskarte
Februar 24th, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
Eigentlich wollte ich einen Beitrag über die Tarot-Numerologie von Alejandro Jodorowski bringen. Wie das Leben so spielt, ist der Akku der Kamera leer, sodass ich die erforderlichen Fotos nicht machen kann. Heute wird das dann nichts mehr. Deshalb habe ich eine Tageskarte gezogen und zwar
Der Hierophant. Nach den ersten 4 Karten der großen Arkana repräsentiert er sozusagen das 5. Element, den Äther, den Geist, das was über die irdisch-materielle Ebene hinausreicht. Er kann ein spiritueller Lehrer sein oder auch unsere Innere Stimme, unser innerer Lehrer und Heiler.
Ganz irdisch kann er jemanden dastellen, der uns heilt oder uns etwas lehrt.
In letzter Zeit ist er mir in Legungen mit seiner Schattenseite begegnet. Sein Schatten ist jemand, der gerne andere belehrt, der weiß, was andere zu tun haben. Wer von uns macht das nicht gerne immer mal wieder! Besonders in Partnerbeziehung kommt das schnell zum Einsatz.
Wenn dir der Hierophant begegnet, solltest du ein Auge darauf haben, ob er dich nicht an seine Schattenseite erinnern will und daran, dass jeder Mensch sein eigener Lehrer ist.
Manchmal sind wir gebeten, mit anderen etwas von unserem Wissen und unserer Weisheit zu teilen. Dafür braucht man aber einen Erlaubnisschein.
Ich hoffe, dass ich einen solchen habe, wenn ich dies hier schreibe. Ich kann dir aber sagen, dass ich schon die eine oder andere harte Landung erleben musste, ehe ich das begriffen hatte. Ich spreche hier also aus (schmerzlicher) Erfahrung.
Ursula






